Longsam mit de Fias ins koide Wossa

Tag 2

Der begann um 4 Uhr früh (Jetlag), hatte aber auch sein gutes, musste nähmlich sehr lachen, weil auch in Japan wird versucht den super Gemüsehobel über Verkaufsfernsehn an den Mann zu bringen.  Generell ist das Fernsehn um diese Uhrzeit eher schwach, schläft man halt weiter.

Um 9 dann erschien mir Japan irgendwie noch abstrakter als am ersten Tag. Der Kulturschock scheint vergleichbar zu sein mit einem Muskelkater, der ist am zweiten Tag auch immer stärker.

Frisch geduscht lass ich meine imaginaeren Hosenträger schnaltze und mach mich auf dem Weg, vorläufiges Ziel, einmal um den Block. Ohne jegliche technischenr Kartographie fühle ich mich wie ein Wikinger auf seiner ersten Überfahrt, steuert einfach eine Richtung an und hofft das er wieder zurückfindet.

Es startet recht unspektakulär mit einem gut 400 Meter langem Fahrradparkplatz, weitergehts mit Real Estate angeboten für Einzimmerwohnungen um ca 700 Euro  Miete im Monat. Soweit ich weiß ist das Standard in Tokyo. Etwas weiter seh ich dann über die Straße einen Pachinko Tempel, “Ob ich so eine starke Dröhnung schon auf nüchternen Magen verkrafte ?”, denk ich mir und gehe noch ein Stück weiter,überquere die Staße und steh 10 Minuten später vor dem Eingang. Noch zögernd zappel ich vor dem Eingang auf und ab, plötzlich steuert einer vom Gehsteig auf das Hölleportal für Epileptiker zu.  Gespannt wie eine Katze vorm Mauseloch warte ich was passiert. Ich komm mir vor wie Tom der auf Jerry wartet aber statt Jerry brüllt ein entflohene Löwe aus dem Mauseloch. Eine Schallwelle in einer Lautstärke die ich nur aus Flex Zeiten noch in Erinnerung habe entlockt mir ein lautstarkes “Bist Deppad ?!”. Gott sei dank versteht mich hier keiner.  Das muss für die Nachwelt festgehalten werden,beschloss ich und folgte mit laufender Aufnahme  dem Todesmutigen. 14 Sekunden später endet das Video. Eine hübsche aber sehr entschlossene Japanerin gibt mir zu verstehen das hier keine Kameras erlaubt sind. Hier braucht man nicht mal mehr Japanisch Kentnisse , man versteht sowieso kein Wort. Total fehl am platze hirsche ich durch den den ohrenbeteubenden Lärm und der Laden brummt. Scheint gerade Mittagspause zu sein. Gesteckte voll mit Leuten aus allen schichten, an den scheinbar angesagten Automaten ist kein Platz mehr frei. Ein Sakoträger neben dem Anderen, die hypnotisiert die keinen Stahlkugeln verfolgen. Wenn man durch die Gänge taumelt muss man acht geben. Schallen voll mit Kugeln stapeln am Boden neben den Spielern. Gewinn oder Credits ? keine Ahnung, nur glaub ich das hier schon Tote gabt durch Genickbruch oder Schlaganfall.  Nicht nur die Ohren schmerzen sondern auch die Augen tränen, wenn es schon für einen Turisten so beindruckend ist, wie muss erst das Kontrastverhältniss für den Japanischen Bürohängst sein der im stillen Büro fristen und sich dann diesen Kick holt.

Ich flüchte in Seitengassen und finde mich vor Kleinstläden wieder die dem Neuösterreichischen Tandla entsprichen und entdecke eine kleine normale Spielhalle. Nach dem Pachinko Flash ist das eine laue Sommerbrise, vergleichbar mit Chili-Wettessern die nach dem 7 Millionen Skuvil Schocker achselzuckend von der Habanero abbeissen.

Unbeindruckt zieh ich weiter, finde mir in so einem Daily was zum Essen. Ein Sandwich und ein Nigiri, das Nigiri als Attraktion  und das gefüllte Lawal als Backup. Vorallem überzeugte mich das Engrish auf dem Sandwich das versprach, “You will have to search far to find a Sandwhich with more confidence , taste and freshness than this one”.  Keine Ahnung was in dem Sandwich war aber das/der/die/des Nigiri war super.

Kurz verschnaufen und Google Maps konsultieren was in der Nähe gibt. Meiji Park , klingt verlockend, noch ein Mineral aus der Hotel Vending maschine ( eine von 45 im Hotel ) und auf gehts. Die Strassen sind gespickt mit Shops wo man was auch immer kriegt. Mini Eingänge und Treppenhäuser die vor Türen enden hinter denne wer weiß was steckt. Es ist aber nirgends eng genug , dass nicht ein Automat noch platz hätte.Ich komm an einer Ubahn Station vorbei , eine der vier privaten Ubahn Unternehmen und denke mir, “Das ist super, kann ich das Ubahn System abchecken am weg zurück, brauch ich nur eine Station fahren.”

Sehr “confident” stoßt mir schon einige male das Sandwich auf, lügen tun die Japaner nicht.

Der Park ist herrlich. Ein rießen Portal markiert den Eingang und in wenig schritten ist man der Beklommenheit der Stadt  entflohne und findet sich in einem weitläufigen Areal wieder. Ich stapfe einer Schotterstraße entlang die mich an die Prater Hauptallee erinnert nur sauberer und fotographiere den Lageplan, nur um sicher zu gehn. Zuerst nur wenig leute unterwegs bis man den Tempel in der mitte des Parks gefunden hat. Endlich andere Turisten, man atmet etwas auf weil man nicht mehr am silberen Tablet präsentiert wird wie in den engen Gassen. Andächtig schleiche ich im Tempel herum um nicht die Götter zu erzürnen, finde eine Betriebsanleitung in Englisch wie man einen Tempel stilvoll ehrt und befolge schritt für schritt Zeremonie. Mit dem Segen hats aber nicht lang gehalten, Fotos sind auch hier nicht erlaubt.  Ich finde noch einen gebührenpflichtigen Teil des Parks und ein Museum des Meiji Kaiser, beschloß zugleich mir das aufzuheben für spätere Gelegenheiten , wenn ich mal wieder ruhe brauch oder es sonniger ist. Beim abermaligen kreuzen des Tempels seh ich einen Hochzeitsumzug. Diesmal Fotographier ich  von weit weg, weil schon zwei japanische Respektspersonen das Brautpaar an der Spitze absichern.

Am Rückweg stürme ich die Automaten der Ubahnstation. Nach 30 WTF Sekunden ziehe ich mit an Bummal wieder von dannen und finde den Japanischen Gerngross + Bauhaus, noch eine Food Court und mein Hotel. Land in Sicht!.

Im Hotel vergrabe ich mich im Lonly Planet Tokyo Guide und suche das Internet nach Metro Howtos ab. Nebenbei berieselt mich die japanische Sprache  aus dem TV die längst eine Form von Liternei angenommen hat. Die Hanami Karte  aber im Wetterbericht reißt mich aus dem Gebet. Die Kirschblüten Front ist kurz vor Tokyo. Hanami is serious business.

Morgen reite ich auf der Rosinante gen Ubahnstation. Mal sehn wer gewinnt.

Published in: on 2009/03/27 at 13:24  Kommentare (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ja grüss gott dem frisch gebackenen blogger! :-)
    Ein Augenschmauss diese Live-Berichterstattung. Hab mir das mit dem Handy schon fast gedacht, nachdem ich dich net erreicht hab. muss ich dir halt auf diesem wege gratulieren:
    !!!!!!! ALLES GUTE ZUM GEBURZLTAG !!!!!!!!

    Hättst dir auch nicht gedacht, dasst am 27. wirklich in Tokyo aufwachst, oder? ;-)

    Kannst mir mal deine gmail adresse schicken, damit wir dir garstige und auch liebe mails schicken können. hab die irgendwie nicht.

    sind echt volle begeistert von deinen berichten, sehr geschmackvoll. sitzen mit crackern und limo, und warten auf den nächsten tag, truman :o )

    … die wetten stehen grad 1:1 zwischen automat und dir ….

    hoffe, der jetlag is bald weg, und das confidente sandwich war nur eine eintagsfliege.

    ich soll dir von der nati noch auf männlich ausrichten, dass wir ur stolz auf dich sind .. also bitte gedanklich richtig umschreiben :-) ))

    können das eigentlich alle lesen?!?

    oiso, bis morgen dann, same time, same station

    halleluja!

  2. als erstes mal alles gute (bzw. nachträglich in deiner zeitzone) zum geburtstag :-) sieht ja alles sehr spannend aus, besonders dieser “multi crossroad” gefällt mir echt gut…

    wünsch dir noch paar schöne tage, vielleicht erwischen wir uns mal im skype.

    bis denne,
    Bernhard

  3. Oliver hat mich auf deine Japanreise aufmerksam gemacht und ich habe gerade mit Begeisterung deinen blog gelesen. Tolle Bilder, spannende story und viel zum Schmunzeln! Ich freue mich schon auf deinen nächsten Eintrag. Danke, dass du dir die Mühe machst und uns daheim gebliebenen an den Eindrücken dieses Landes teilhaben lässt.


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